Burgkapelle Steinegg

Etwas abseits vom Ort, verborgen in einem kleinen Tal, liegt direkt an der Burg Steinegg die Burgkapelle. Sie ist die kleinste und älteste unserer drei Kirchen. Mit ihren 60 Sitzplätzen bietet sie einen familiären Rahmen, weshalb sie gerne für Taufen und Hochzeiten mit etwas kleinerer Hochzeitsgesellschaft genutzt wird. Die in unmittelbarer Nähe liegende Selbstversorgerherberge in der Burg sorgt dafür, dass die Kapelle häufig für Andachten der dortigen Gruppen benutzt wird. Die barocke Ausstattung der Kirche mit ihren Holzbänken und Bildern sorgt für eine festliche Atmosphäre. Hier findet an jedem vierten Sonntag im Monat unser Gemeindegottesdienst statt.

Vor allem aus einem Grund ist diese Kapelle für unsere Gemeinde von besonderer Bedeutung: Hier fand am 08. April 1823 der feierliche Übertritt von 44 Familien mit insgesamt 220 Menschen von der katholischen in die evangelische Kirche statt. Somit wurde an diesem Ort auch unsere Gemeinde gegründet. Da in unmittelbarer Nähe der Burgkapelle nur eingeschränkte Parkmöglichkeiten zur Verfügung stehen, empfiehlt es sich, etwas oberhalb entlang des Burgwegs auf dem Seitenstreifen zu Parken. Der Zugang zur Kirche ist nicht rollstuhlgerecht.

Geschichte der Burgkapelle

1520 wurde die Kapelle in den Grundmauern angelegt als einschiffiger Bau
mit dem drei-seitigen Altarraum. Der angrenzende Sakristeibau kam später hinzu.

1723, unter Dietrich von Gemmingen, wird die Kapelle vergrößert und umgeformt.Die Außenmauern werden erhöht. Es entstehen große Rundbogenfenster.
Eine Muldendecke wird eingezogen. Ein achteckiger Dachreiter mit eingezogener
Haube dient als Glockenturm.
Der Innenraum wird mit reichem Stuckdekor versehen.
Das große ovale Mittelfeld an der Decke zeigt als Flachrelief Marie mit Engeln.
Die Darstellung verkündet die unbefleckte Empfängnis Marias.
Zwischen Mittelfeld und Altarkrönung halten zwei Putten das Gemmingsche Wappen,
darüber die Initialen des Stifters.
Die Altarwand mit dem Bilderrahmen wurde mehrfach überarbeitet,
das Altarbild 1914 eingefügt.
Es ist ein Ölbild mit den 14 Nothelfern.
Die Ölbilder an den Längsseiten greifen Szenen aus der Leidensgeschichte Jesu auf.
An der stuckierten Brüstung der Empore ist ein Ölbild „David mit der Harfe“ eingelassen.
Die geschweiften Wangen des barocken Gestühls sind mit aus Muschelformen
entwickelten Schnitzereien verziert.

1823 treten Freiherr Julius von Gemmingen mit seiner Familie (außer Sohn Eduard)
und 44 Familien aus Mühlhausen in dieser Kapelle zur evang. Kirche über.

1832 verkauft die Familie Gemmingen die Kapelle an die politische Gemeinde.

1948 geht die Kapelle in das Eigentum der kath. Pfarrgemeinde über.

1973 erwirbt die evang. Kirchengemeinde Mühlhausen die Kapelle.

1983 wird die Kapelle aufwendig saniert.