Die Friedenskirche in Tiefenbronn

In Tiefenbronn steht die zweitgrößte unserer drei Kirchen. Sie hat knapp 100 Sitzplätze. Direkt an der Hauptstraße gelegen gehört sie zu den ortsbildprägenden Bauten von Tiefenbronn. Die Parkplätze der nahe gelegenen Gemmingenhalle sowie die Bushaltestelle direkt vor der Tür sorgen für eine gute Erreichbarkeit der Kirche. An jedem zweiten Sonntag des Monats wird hier der Gottesdienst abgehalten. Diese Kirche wird gerne auch für Hochzeiten und Taufen genutzt. Die überwiegend aus Holz bestehende Inneinrichtung der Kirche mit ihrer besonderen Deckenkonstruktion sorgen für eine angenehme Atmosphäre.

Die Sakristei der Kirche kann während des Gottesdienstes von Eltern mit kleineren Kindern als Rückzugsort genutzt werden. Der kleine Vorplatz vor der Kirche mit der Zierkirsche und der darunter befindlichen Steinbank bieten ein malerisches Bild und lädt nach dem Gottesdienst noch zu einem kleinen Schwätzchen ein.

Die Kirche verfügt über keinen rollstuhlgerechten Zugang, doch lassen sich die etwa acht Stufen mit einer helfenden Hand für Besucher mit leichter Gehbehinderung gut bewältigen.

 

Geschichte der Friedenskirche

Nachdem die evangelische Bevölkerung von Tiefenbronn Ende des 19. Jahrhunderts langsam zunahm, wurden 1897 erste Pläne und eine Kostenaufstellung für den Bau der Kirche beim evangelischen Oberkirchenrat in Karlsruhe eingereicht.

Ein Jahr später, 1898, konnte mit dem Bau der Kirche begonnen und diese nach einem weiteren Jahr 1899 dann schließlich feierlich eingeweiht werden. Die Kirche wurde im Neogotischen Stiel errichtet. Der Turm befindet sich direkt über dem Eingang und enthält zwei Glocken. Beiden Weltkriegen fiel jeweils ein Glocke zum Opfer, die 1925 und 1955 ersetzt wurden.

Bei der Innenausstattung fallen vor allem die Glasfenster ins Auge. Sie wurden von der Firma Franz Glatz, Glasmalerei aus Karlsruhe, gestaltet. Das Fenster mit einer Christusdarstellung hinter dem Altar ist eine Nachbildung der Christusfigur von Detlef Thorvaldsen in der Kopenhagener Frauenkirche. 1917 schenkte der Gustav-Adolf-Verein der Kirche eine Orgel. Dieses Instrument wurde 1854 von dem sächsischen Orgelbaumeister Gottfried Bärmig, einem Enkelschüler von Gottfried Silbermann, gebaut. Die Orgel stand zuvor in der Johanniskirche in Zwickau. Als einzige Heizquelle diente bis 1964 ein einfacher Ofen, links vorne, mit langem Ofenrohr bis unter die Decke. Diesen ersetzen heute Nachtspeicheröfen.

Bei verschiedenen Renovierungsarbeiten wurden ein Windfang eingebaut, die Sakristei neben der Kanzel nach hinten verlegt und vergrößert, der Kanzelaufgang verändert und die Bänke hinter dem Altar, reserviert für die Kirchenältesten, entfernt.