Orgelvorspiel aus der evangelischen Kirche in Dürrn

Paul Brian "Trumpet Air" aus Dürrn

Ablauf (Liturgie) des Hausgottesdienstes

Votum:

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: EG 70,1-2.4 (Wie schön leuchtet der Morgenstern)

1) Wie schön leuchtet der Morgenstern, voll Gnad und Wahrheit von dem Herrn uns herrlich aufgegangen. Du Sohn Davids aus Jakobs Stamm, mein König und mein Bräutigam, du hältst mein Herz gefangen. Lieblich, freundlich, schön und prächtig, groß und mächtig, reich an Gaben, hoch und wunderbar erhaben.

2) Du meine Perl, du werte Kron, wahr Gottes und Marien Sohn, ein König hochgeboren! Mein Kleinod du, mein Preis und Ruhm, dein ewig Evangelium, das hab ich mir erkoren. Herr, dich such ich. Hosianna. Himmlisch Manna, das wir essen, deiner kann ich nicht vergessen.

4) Von Gott kommt mir ein Freudenschein, wenn du mich mit den Augen dein gar freundlich tust anblicken. Herr Jesu, du mein trautes Gut, dein Wort, dein Geist, dein Leib und Blut mich innerlich erquicken. Nimm mich freundlich in die Arme und erbarme dich in Gnaden. Auf dein Wort komm ich geladen.

Psalm: EG 745 (Psalm 89)

Ich will singen von der Gnade des HERRN ewiglich und seine Treue verkünden mit meinem Munde für und für;

denn ich sage: Auf ewig steht die Gnade fest; du gibst deiner Treue sicheren Grund im Himmel.

»Ich habe einen Bund geschlossen mit meinem Auserwählten, ich habe David, meinem Knechte, geschworen:

Ich will deinem Geschlecht festen Grund geben auf ewig und deinen Thron bauen für und für.«

Wohl dem Volk, das jauchzen kann! HERR, sie werden im Licht deines Antlitzes wandeln;

sie werden über deinen Namen täglich fröhlich sein und in deiner Gerechtigkeit herrlich sein.

Denn du bist der Ruhm ihrer Stärke, und durch deine Gnade wirst du unser Haupt erhöhen.

(Psalm 89,2-5.16-18)

Gebet:

Herr, wir danken dir für diesen neuen Tag. Danke, dass du uns in der vergangenen Nacht behütet hast. Wir kommen jetzt vor dich und bitten dich: Sei du jetzt bei uns, wenn wir diesen Gottesdienst miteinander feiern. Schenke uns gute Gedanken. Verwandle du den Ort, an dem wir diesen Gottesdienst feiern in einen heiligen Ort der Gottesbegegnung. Lass uns unseren „brennenden Dornbusch“ finden, aus dem heraus wir dich zu uns reden hören.

Hilf uns dabei die Prioritäten in unserem Leben neu zu ordnen und lass uns erkennen, welch ein Segen aus einem Leben mit dir kommt. Amen

Zuspruch:

Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben. ( Johannes 3,36)

Lesung: Matthäus 3,13-17 (GNB)

13 Um diese Zeit kam Jesus von Galiläa her an den Jordan, um sich von Johannes taufen zu lassen. 14 Johannes versuchte, ihn davon abzubringen, und sagte: »Ich müsste von dir getauft werden und du kommst zu mir?« 15 Aber Jesus antwortete: »Zögere nicht, mich zu taufen! Das ist es, was wir jetzt tun müssen. So eröffnen wir den Weg, auf dem der Wille Gottes ohne Abstriche erfüllt wird.«[8] Da gab Johannes nach. 16 Sobald Jesus getauft war, stieg er aus dem Wasser. Da öffnete sich der Himmel, und er sah den Geist Gottes wie eine Taube auf sich herabkommen. 17 Und eine Stimme aus dem Himmel sagte: »Dies ist mein Sohn, ihm gilt meine Liebe, ihn habe ich erwählt.«

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied: EG 264,1-3 (Die Kirche steht gegründet)

1) Die Kirche steht gegründet allein auf Jesum Christ, sie, die des großen Gottes erneute Schöpfung ist. Vom Himmel kam er nieder und wählte sie zur Braut, hat sich mit seinem Blute ihr ewig angetraut.

2) Erkorn aus allen Völkern, doch als ein Volk gezählt; ein Herr ist's und ein Glaube, ein Geist, der sie beseelt, und einen heiigen Namen ehrt sie, ein heilges Mahl, und eine Hoffnung teilt sie, kraft seiner Gnadenwahl.

3) Es schauet ihre Trübsal die Welt mit kaltem Spott: zerrissen und zerspalten, bedrängt von harter Not. Doch heiige Wächter rufen: Wie lang, Herr, bleibst du fern? Und auf die Nacht des Trauerns folgt bald der Morgenstern.

Predigt zu Römer 12,1-8

Lied: EG 268,1-5 (Strahlen brechen viele aus einem Licht)

1. Strahlen brechen viele aus einem Licht. Unser Licht heißt Christus. Strahlen brechen viele aus einem Licht – und wir sind eins durch ihn.

2. Zweige wachsen viele aus einem Stamm. Unser Stamm heißt Christus. Zweige wachsen viele aus einem Stamm – und wir sind eins durch ihn.

3. Gaben gibt es viele, Liebe vereint. Liebe schenkt uns Christus. Gaben gibt es viele, Liebe vereint – und wir sind eins durch ihn.

4. Dienste leben viele aus einem Geist, Geist von Jesus Christus. Dienste leben viele aus einem Geist – und wir sind eins durch ihn.

5. Glieder sind es viele, doch nur ein Leib. Wir sind Glieder Christi. Glieder sind es viele, doch nur ein Leib - und wir sind eins durch ihn.

Fürbittengebet:

Herr, wir wollen für Menschen, für Länder und Probleme beten. Oft wissen wir gar nicht, wo wir dabei anfangen sollen. Die Probleme scheinen zu viele und zu übermächtig zu sein. Stärke in uns die Gewissheit, dass unsere Gebete nicht vergebens sind. Zeige uns, dass unsere Gebete uns, unseren Nächsten und die Welt verändern können.

Viele Anliegen, für die wir beten, entnehmen wir den Medien. Wir sehen Bilder und hören Nachrichten, die uns beunruhigen, die uns Angst machen. Danke, dass wir wissen dürfen, dass wir mit all dem zu dir kommen dürfen.

Wir bitten dich heute für die Situation in Amerika. Du weißt wie gespalten dieses Land ist und wie die Nerven blank liegen. Schenke den Menschen dort Besonnenheit und den Willen zum Frieden und zum Gewaltverzicht. Bewahre du unsere Brüder und Schwestern in Amerika davor, sich instrumentalisieren und manipulieren zu lassen. Lass sie jetzt ganz besonders deutlich deine Stimme hören. Führe du sie durch deinen Heiligen Geist und hilf ihnen dabei, Brücken zu bauen und Versöhnung zu ermöglichen.

Wir bitten dich für die Menschen, die jetzt dringend auf einen Impftermin warten. Schenke ihnen Geduld und bewahre sie vor Ansteckung und schwerer Krankheit. Schenke ihnen aber vor allem auch das nötige Gottvertrauen, sodass sie im Glauben annehmen können, dass ihr Leben nicht in ihrer sondern in deiner Hand liegt.

Wir bitten dich für unsere Gemeinde. Schenke uns Liebe und Achtsamkeit im Umgang miteinander. Zeige uns den Weg, den wir jetzt miteinander gehen sollen. Lass uns in dieser Zeit mehr die Chancen als die Einschränkungen erkennen. Hilf uns dabei gestärkt aus dieser Krise hervorzugehen, damit wir gemeinsam in deinem Sinne dein Leib vor Ort sein können.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vaterunser:

Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: NL 170,1-3 (Komm, Herr, segne uns)

1. Komm, Herr, segne uns, daß wir uns nicht trennen, sondern überall uns zu dir bekennen. Nie sind wir allein, stets sind wir die Deinen. Lachen oder Weinen wird gesegnet sein.

2. Keiner kann allein Segen sich bewahren. Weil du reichlich gibst, müssen wir nicht sparen. Segen kann gedeihn, wo wir alles teilen, schlimmen Schaden heilen, lieben und verzeihn.

3. Frieden gabst du schon, Frieden muß noch werden, wie du ihn versprichst uns zum Wohl auf Erden. Hilf, daß wir ihn tun, wo wir ihn erspähen - die mit Tränen säen, werden in ihm ruhn.

Tagesspruch:

Welche der Geist Gottes treibt, die sind Gottes Kinder.

(Römer 8,14)

Bitte um Gottes Segen:

Herr, wir bitten dich: Schenke Du uns für die kommende Zeit deinen Weihnachts-frieden, deine Liebe und Hoffnung und so sprechen wir im Vertrauen auf dich:

Gott Vater Sohn und Heiliger Geist gebe uns seine Gnade:

Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass wir bewahrt werden zum ewigen Leben.

Orgelnachspiel aus der evangelischen Kirche in Würm

J.S. Bach "Jesus bleibet meine Freude" aus Würm

Gemeinde ist Teamarbeit - Jeder wird gebraucht!

EG 70,1-2.4 (Wie schön leuchtet der Morgenstern)

EG 268,1-5 (Strahlen brechen viele aus einem Licht)

NL 170,1-3 (Komm, Herr, segne uns)

Hörpredigt

Lesepredigt

Liebe Gemeinde, mit dem heutigen Predigttext schreibt Paulus uns einen Brief. In diesem Brief legt er uns dar, wie wir als Einzelne sowie als Gemeinde nach dem Willen Gottes leben und arbeiten sollen. Ich lese aus dem Römerbrief, Kapitel 12 die Verse 1 bis 8 (Gute Nachricht):

1 Brüder und Schwestern, weil Gott so viel Erbarmen mit euch gehabt hat, bitte und ermahne ich euch: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! Bringt euch Gott als lebendiges Opfer dar, ein Opfer völliger Hingabe, an dem er Freude hat. Das ist für euch der »vernunftgemäße« Gottesdienst. 2 Passt euch nicht den Maßstäben dieser Welt an. Lasst euch vielmehr von Gott umwandeln, damit euer ganzes Denken erneuert wird. Dann könnt ihr euch ein sicheres Urteil bilden, welches Verhalten dem Willen Gottes entspricht, und wisst in jedem einzelnen Fall, was gut und gottgefällig und vollkommen ist.

3 In der Vollmacht, die Gott mir als Apostel gegeben hat, wende ich mich an jeden Einzelnen von euch. Niemand soll sich über andere erheben und höher von sich denken, als es angemessen ist. Bleibt bescheiden und sucht das rechte Maß! Durch den Glauben hat jeder von euch seinen besonderen Anteil an den Gnadengaben bekommen. Daran hat jeder den Maßstab, nach dem er sich einschätzen soll. 4 Denkt an den menschlichen Leib: Er bildet ein lebendiges Ganzes und hat doch viele Teile, und jeder Teil hat seine besondere Funktion. 5 So ist es auch mit uns: Als Menschen, die zu Christus gehören, bilden wir alle ein unteilbares Ganzes; aber als Einzelne stehen wir zueinander wie Teile mit ihrer besonderen Funktion. 6 Wir haben ganz verschiedene Gaben, so wie Gott sie uns in seiner Gnade zugeteilt hat. Einige sind befähigt, Weisungen für die Gemeinde von Gott zu empfangen; was sie sagen, muss dem gemeinsamen Bekenntnis entsprechen. 7 Andere sind befähigt, praktische Aufgaben in der Gemeinde zu übernehmen; sie sollen sich treu diesen Aufgaben widmen. Wer die Gabe hat, als Lehrer die Gemeinde zu unterweisen, gebrauche sie. 8 Wer die Gabe hat, andere zu ermahnen und zu ermutigen, nutze sie. Wer Bedürftige unterstützt, soll sich dabei nicht in Szene setzen. Wer in der Gemeinde eine Verantwortung übernimmt, soll mit Hingabe bei der Sache sein. Wer sich um Notleidende kümmert, soll es nicht mit saurer Miene tun.

Liebe Gemeinde, das ist ein längerer Text, den man erstmal auf sich wirken lassen muss. Es geht dabei um uns als einzelne Glaubende wie auch um uns als Teil der Gemeinschaft der Glaubenden. Was leitet mich in meinem und unserem Denken und Handeln?

Paulus beginnt seine Ausführungen mit einer Bitte und Ermahnung: Stellt euer ganzes Leben Gott zur Verfügung! Bringt euch Gott als lebendiges Opfer dar, ein Opfer völliger Hingabe, an dem er Freude hat.

Hier geht es nicht nur um ein paar Minuten am Tag für die persönliche Stille Zeit zum Beten und Bibellesen, hier geht es auch nicht darum, gelegentlich mal eine Spende für Bedürftige zu geben. Hier geht es viel grundlegender um unser ganzes Leben, um unser „Betriebssystem“, wenn man hierfür ein technisches Bild gebrauchen will. 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche, 365 Tage im Jahr. Wir sollen Gott nicht nur etwas von unserem Überfluss abgeben, sondern unser ganzes Leben. Damit fordert Paulus uns ganz schön heraus. Er bringt uns dazu, die Kosten für dieses Opfer gut abzuwägen. Lohnt sich dieses Opfer? Wenn ja, was macht Gott dann mit dem Opfer unseres Lebens?

Paulus schreibt hierzu, dass Gott uns umwandelt und unser ganzes Denken erneuert. Wie kann das aussehen?

Vielleicht haben wir uns schon so an unser Christsein gewöhnt, unsere Vorstellung von Gott so in unser Leben integriert, dass er gar kein Gegenüber mehr ist, mit dem wir unser Denken und Handeln besprechen und hinterfragen, von dem wir uns Neues schenken lassen. Vielleicht halten wir unser Denken und Handeln automatisch für Gottes Willen? Dann wird es Zeit für eine neue Begegnung mit dem unerwarteten Gott.

Vielleicht hast Du versucht, einen Interessensausgleich zu arrangieren, nach dem Motto: Du passt auf mich und meine Lieben auf und dafür besuche ich auch gelegentlich den Gottesdienst und versuche mich ehrenamtlich zu engagieren. – Doch auch das funktioniert nicht: Ein Christ wird nicht automatisch vor Gefahren und Schaden behütet. Aber es macht einen Unterschied, ob der Schaden (das Leid …) das Eigentum Gottes betrifft oder nicht. Als Eigentum Gottes steht mein Leben auch unter der Verheißung Gottes. Wenn Gott ewig und unsterblich ist, dann ist auch mein Leben als Teil von Gottes Eigentum ewig und unsterblich.

Das geht aber nur, wenn unser Leben auch wirklich ganz Gott gehört. Wenn wir versuchen, hier einige Lebensbereiche auszuklammern, dann sagen wir Gott damit auch im Falle eines Falles: Halte du dich da raus. Das ist meine Sache. Warum sollte Gott diesen Wunsch nicht respektieren?

Wenn wir Gott unser ganzes Leben übergeben, wenn wir unser Denken von ihm verändern lassen, dann bekommen wir eine neue Sicht auf uns, unser Leben, unsere Umgebung und die Welt, in der wir leben. Dann können wir uns voller Besonnenheit den Herausforderungen widmen, die unser Alltag mit sich bringt. Meist (er)leben wir ja das Gegenteil von Besonnenheit. Lasst mich das an einem Beispiel verdeutlichen:

In Amerika erleben wir gerade, wie Wut und Hass sowie das Gefühl, übergangen und nicht ernst genommen zu werden, in einigen Teilen der Bevölkerung die Oberhand gewinnen. Ähnliches können wir auch an ganz vielen anderen Orten der Welt wahrnehmen. Da werden Minderheiten übergangen und nicht ernst genommen. Doch statt, dass beide Seiten besonnen darauf reagieren, spitzen sich die Konflikte zu und warten nur darauf, sich gewaltsam zu entladen. Hier können wir Muster erkennen:

- Sich aus der Not heraus mit Gewalt Gehör verschaffen.

- Oder: Wenn Mehrheit entschieden hat, neigen wir dazu, die Bedürfnisse der übergangenen Minderheit ad Acta zu legen.

- Ein weiteres auffälliges Muster ist: Wir lassen unsere Handlungen steuern von dem, was wir glauben, dass es uns zusteht (vom Staat, der Gesellschaft, von Gott …)

– ohne zu prüfen, ob wir das alles auch wirklich brauchen.

- Wir finden Ausflüchte (Die „da oben“ sind schuld!), damit wir uns nicht unserem Anteil an der Situation stellen müssen.

Diese Muster bezeichnet Paulus als „die Welt“, der wir uns nicht gleichstellen sollen.

Niemand soll sich über andere erheben und höher von sich denken, als es angemessen ist. Bleibt bescheiden und sucht das rechte Maß! – Diese Worte helfen uns in der momentan schwierigen Zeit einen guten Kurs einzuschlagen. Impfgegner und Impfbefürworter sollen sich nicht jeweils über die anderen erheben, Parteien sollen sich nicht übereinander erheben usw. Sucht das rechte Maß! Das ist es, was uns wirklich weiterbringt, persönlich, wie auch als Gemeinde. Wir sollen uns nicht in feindliche Lager spalten, sondern alles und jeden im Blick behalten, weil Gott auch alles und jeden im Blick behält. Ich kann aber nur dann von mir und meiner eigenen Meinung absehen, wenn ich nicht mehr mir selbst gehöre, sondern wenn die Meinung meines Herrn über der meinigen steht.

Bei Gott finden die Teile wieder zusammen, die von ihrer Natur aus nicht zusammenzupassen scheinen (z.B. verschiedene Meinungen, Vorlieben, Bedürfnisse ...). Gott verbindet, statt zu spalten. Gott heilt, statt zu verletzen.

Die Gemeinde ist der erste Ort, an dem wir dies erleben und üben können und sollten. Solange wir als Gemeinde uns nicht von Gott zu einem Leib verbinden lassen, solange gehören wir ihm noch nicht ganz. Solange wir verschiedene Interessen gegeneinander ausspielen, kann er uns noch nicht für unseren Auftrag in der Welt gebrauchen.

Im Moment ist es nicht leicht Gemeinde vor Ort zu bauen, wenn man sich nicht leiblich sehen und besuchen kann. Aber gerade darin liegt auch eine Chance, dass wir die vielen Glieder der Gemeinde in ihrem eigenen Wert wieder wahrnehmen. Was fehlt uns, wenn sich der Frauenkreis und die Männersache nicht mehr treffen? Was fehlt uns, wenn wir die Konfis nicht mehr im Gottesdienst sehen? Was ist mit den Alten, die wir gerade nicht besuchen können? Was ist mit denen, die darauf warten, dass sie unsere Gemeinde vor Ort als etwas Relevantes für ihr Leben erfahren möchten?

Paulus erinnert uns daran, dass jede und jeder von uns eine Gabe hat, die sie oder er in die Gemeinde einbringen kann. Besonders eindrücklich erlebe ich dies gerade bei uns in der Gemeinde beim Thema Gottesdienst. Neben den klassischen Mitwirkenden wie Kirchendienerin, Organist, Ältester und Pfarrer gibt es nun auch ein Filmteam, ein Musikteam ist gerade am entstehen und in der Zukunft gibt es vielleicht auch irgendwann noch ein spezielles Begrüßungsteam, ein Anspiel-team und, und, und. Jeder kann etwas einbringen und dazu beitragen, dass unsere Gottes-dienste und damit auch unsere Gemeinde lebendiger werden. Entdecke deine Gaben, die Gott dir geschenkt hat und halte sie nicht zurück. Sei mutig, warte nicht immer darauf, dass man dich fragt – frag doch selbst. Das ist ein Aspekt, der mir als Pfarrer dieser Gemeinde im letzten Jahr mit seinen besonderen Bedürfnissen sehr gut getan hat.

Hätte das Filmteam sich nicht gefunden und mich auf ihre Reise mitgenommen, könntet Ihr heute diesen Gottesdienst nicht sehen.

Hätte das Team um Silvia nicht die Krippenausstellung auf den Weg gebracht, sondern die Idee gleich verworfen, hätten z.B. einige Familien kein Ziel für ihren Samstagsspaziergang gehabt, … die Krippenspender hätten ihre Krippenschätze, Weihnachtstraditionen und Geschichten nicht mit uns geteilt, … Andi hätte für den Homepage-Adventskalender nicht so vielfältige Bilder gehabt.

Hätte Andi sich von der vielen Arbeit abhalten lassen, die so ein Adventskalender mit sich bringt …

Hätte das Krippenspielteam sich entmutigen lassen und vor den Corona-Schutzbestimmungen kapituliert, noch ehe es angefangen hat, hätten wir heute nicht 1338 Klicks – rechnet mal aus, wie viele Menschen sich mit uns über diese Engel und Hirten usw. gefreut haben! Das sind nur ein paar Beispiele für Hingabe und Initiative in unserer Gemeinde … und auch nur aus den letzten paar Monaten. Lasst mich das wiederholen:

Entdecke Deine Gaben und bring sie in die Gemeinde ein und trage dazu bei, dass wir damit auch wieder die Menschen erreichen und ermutigen, die da draußen die Hoffnung und den Glauben verloren haben.

Wir alle sind Gottes Eigentum und dürfen Gott erlauben uns so zu gebrauchen, wie er es für richtig hält. Lassen wir uns überraschen was passiert, wenn nicht mehr wir aus eigener Kraft hier an unserer Gemeinde bauen, sondern Gott hier und jetzt an seiner Gemeinde baut. Amen