Orgelvorspiel aus der evangelischen Kirche in Königsbach

J.S. Bach - Wer nur den lieben Gott läßt walten

Ablauf (Liturgie) des Hausgottesdienstes

Votum:

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: NL 60,1-4 (In der Stille angekommen)

1) In der Stille angekommen, werd ich ruhig zum Gebet. Große Worte sind nicht nötig, denn Gott weiß ja, wie’s mir geht.

Refrain (nach jeder Strophe):

Danken und loben, bitten und flehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit offnen Augen sehn. Reden, hören, fragen, verstehn. Zeit mit Gott verbringen. Die Welt mit seinen Augen sehn.

2) In der Stille angekommen, leg ich meine Masken ab. Und ich sage Gott ganz ehrlich, was ich auf dem Herzen hab.

3) In der Stille angekommen, schrei ich meine Angst heraus. Was mich quält und mir den Mut nimmt, all das schütt ich vor Gott aus.

4) In der Stille angekommen, nehm ich dankbar, was er gibt. Ich darf zu ihm „Vater“ sagen, weil er mich unendlich liebt.

Psalm: Psalm 50 (EG 729)

Gott, der HERR, der Mächtige, redet und ruft der Welt zu vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Niedergang.

Er ruft Himmel und Erde zu, dass er sein Volk richten wolle:

»Versammelt mir meine Heiligen, die den Bund mit mir schlossen beim Opfer.«

Und die Himmel werden seine Gerechtigkeit verkünden; denn Gott selbst ist Richter.

Opfere Gott Dank und erfülle dem Höchsten deine Gelübde,

und rufe mich an in der Not, so will ich dich erretten, und du sollst mich preisen.

Wer Dank opfert, der preiset mich, und da ist der Weg, dass ich ihm zeige das Heil Gottes.«;

(Psalm 50,1.4-6.14-15.23)

Gebet:

Herr, Jesus Christus, du bist der Herr der Herren, der König der Könige. All deine Herrlichkeit hast du abgelegt, in Armut und Bescheidenheit bist du zu uns gekommen, um uns durch dein Wort, deine Liebe und dein Opfer am Kreuz zu dienen.

Du weißt, wie schnell wir dich in unserem Leben aus dem Blick verlieren, wie schnell wir mehr mit uns und unseren Themen beschäftigt sind, als mit dir. Vergib uns dieses Abgelenktsein. Hilf uns dabei, unseren Blick für dich und dein Kommen in unsere Welt zu schärfen.

Herr, du bist unser Richter und Retter. Unser Leben liegt in deiner Hand. Bringe du unser Leben zu dem Ziel, für das du es bestimmt hast.

(Raum für persönliche Gedanken)

Herr, erbarme dich über uns, Amen

Zuspruch:

Christus spricht: Denn also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben.

(Johannes 3,16)

Lesung: Hiob 14,1-6.13.15-17

1 Der Mensch, vom Weibe geboren, lebt kurze Zeit und ist voll Unruhe, 2 geht auf wie eine Blume und welkt, flieht wie ein Schatten und bleibt nicht. 3 Doch du tust deine Augen über einen solchen auf, dass du mich vor dir ins Gericht ziehst. 4 Kann wohl ein Reiner kommen von Unreinen? Auch nicht einer! 5 Sind seine Tage bestimmt, steht die Zahl seiner Monde bei dir und hast du ein Ziel gesetzt, das er nicht überschreiten kann: 6 so blicke doch weg von ihm, damit er Ruhe hat, bis sein Tag kommt, auf den er sich wie ein Tagelöhner freut. […] 13 Ach dass du mich im Totenreich verwahren und verbergen wolltest, bis dein Zorn sich legt, und mir eine Frist setzen und dann an mich denken wolltest! […] 15 Du würdest rufen und ich dir antworten; es würde dich verlangen nach dem Werk deiner Hände. 16 Dann würdest du meine Schritte zählen und nicht achtgeben auf meine Sünde. 17 Du würdest meine Übertretung in ein Bündlein versiegeln und meine Schuld übertünchen.

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied: EG 369,1-3.7 (Wer nur den lieben Gott läßt walten)

1) Wer nur den lieben Gott lässt walten und hoffet auf ihn allezeit, den wird er wunderbar erhalten in aller Not und Traurigkeit. Wer Gott, dem Allerhöchsten, traut, der hat auf keinen Sand gebaut.

2) Was helfen uns die schweren Sorgen, was hilft uns unser Weh und Ach? Was hilft es, dass wir alle Morgen beseufzen unser Ungemach? Wir machen unser Kreuz und Leid nur größer durch die Traurigkeit.

3) Man halte nur ein wenig stille und sei doch in sich selbst vergnügt, wie unser's Gottes Gnadenwille, wie sein Allwissenheit es fügt; Gott, der uns sich hat auserwählt, der weiß auch sehr wohl, was uns fehlt.

7) Sing, bet und geh auf Gottes Wegen, verricht das Deine nur getreu und trau des Himmels reichem Segen, so wird er bei dir werden neu; denn welcher seine Zuversicht auf Gott setzt, den verlässt er nicht.

Predigt zu Lukas 16,1-9

Lied: NL 180 (Meine Hoffnung und meine Freude)

Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht: Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht, auf dich vertrau ich und fürcht mich nicht.

Fürbittengebet:

Allmächtiger Gott, du forderst uns auf, miteinander und füreinander zu beten. Durch Gebet willst du die Welt verändern. Wir bitten dich, erhöre unser Gebet, erbarme dich über die Dinge, mit denen wir jetzt vor dich treten:

Wir bitten dich für unser Beziehungen. Du siehst, wie diese unter den momentanen Coronabedingungen leiden. Du siehst auch die Grenzen der digitalen Möglichkeiten, die die leibliche Gegenwart nicht ersetzen können. Bitte stärke unsere Beziehungen, unsere Ehen, unsere Familien, unsere Freundschaften und wo wir sonst miteinander in Verbindung stehen. Schenke uns Geduld und Nachsicht füreinander in dieser schweren Zeit. Herr, in der vergangenen Woche haben wir uns an die Reichspogromnacht vor 82 Jahren erinnert. Noch immer macht uns betroffen, was damals geschah.

Wir bitten dich für unsere jüdischen Mitbürger in Deutschland. Bewahre sie vor Anfeindungen und Anschlägen. Schütze ihre Gemeinden und hilf ihnen dabei, ihren Glauben bei uns in Freiheit leben zu können. Lass uns Christen nicht vergessen, dass du deine ganz eigene Geschichte mit deinem Volk schreibst, auch bei uns.

Herr, du siehst, wie die Coronazahlen zunehmen, du siehst die Ängste und die Unsicherheiten, die dies bei uns hervorruft. Bitte bewahre uns vor schwerer Krankheit. Bewahre uns davor, dass wir unwissentlich andere mit dieser Krankheit anstecken. Bitte zeige uns, wie wir jetzt am besten und verantwortungsbewusst miteinander umgehen sollen. Ganz besonders wollen wir dich für die Ärzte, Pfleger und alle anderen bitten, die durch ihren Beruf in dieser Zeit sich ganz besonderen Ansteckungsrisiken aussetzen müssen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vaterunser:

Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: EG 410,1-4 (Christus, das Licht der Welt)

1) Christus, das Licht der Welt. / Welch ein Grund zur Freude! / In unser Dunkel kam er als ein Bruder. / Wer ihm begegnet, der sieht auch den Vater. / Ehre sei Gott, dem Herrn!

2) Christus, das Heil der Welt. / Welch ein Grund zur Freude! / Weil er uns lieb hat, / lieben wir einander. / Er schenkt Gemeinschaft / zwischen Gott und Menschen. / Ehre sei Gott, dem Herrn!

3) Christus, der Herr der Welt. / Welch ein Grund zur Freude! / Von uns verraten, / starb er ganz verlassen. / Doch er vergab uns, / und wir sind die Seinen. / Ehre sei Gott, dem Herrn!

4) Gebt Gott die Ehre. / Hier ist Grund zur Freude! / Freut euch am Vater. / Freuet euch am Sohne. / Freut euch am Geiste: / denn wir sind gerettet. / Ehre sei Gott, dem Herrn!

Wochenspruch:

Wir müssen alle offenbar werden vor dem Richterstuhl Christi.

(2. Korinther 5,10a)

Bitte um Gottes Segen:

Herr, wir bitten dich: Schenke Du uns für die kommende Woche deinen Frieden, deine Kraft und Hoffnung und so sprechen wir im Vertrauen auf dich:

Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden. So segne uns Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Orgelnachspiel aus der Friedenskirche in Tiefenbronn

J.S. Bach - Choralbearbeitung über "Wenn wir in höchsten Nöten sein"

Christus als Weltenherrscher (Pantokrator) in der Kathedrale von Cefalù, Sizilien, um 1148

NL 60,1-4 (In der Stille angekommen)

EG 369,1-3.7 (Wer nur den lieben Gott läßt walten)

NL 180 (Meine Hoffnung und meine Freude)

EG 410,1-4 (Christus, das Licht der Welt)

Hörpredigt

Lesepredigt

Liebe Gemeinde, unser Predigttext steht im Lukasevangelium, Kapitel 16, die Verse 1 bis 8. Jesus erzählt hier das Gleichnis vom unehrlichen Verwalter:

1 Er sprach aber auch zu den Jüngern: Es war ein reicher Mann, der hatte einen Verwalter; der wurde bei ihm beschuldigt, er verschleudere ihm seinen Besitz. 2 Und er ließ ihn rufen und sprach zu ihm: Was höre ich da von dir? Gib Rechenschaft über deine Verwaltung; denn du kannst hinfort nicht Verwalter sein. 3 Da sprach der Verwalter bei sich selbst: Was soll ich tun? Mein Herr nimmt mir das Amt; graben kann ich nicht, auch schäme ich mich zu betteln. 4 Ich weiß, was ich tun will, damit sie mich in ihre Häuser aufnehmen, wenn ich von dem Amt abgesetzt werde. 5 Und er rief zu sich die Schuldner seines Herrn, einen jeden für sich, und sprach zu dem ersten: Wie viel bist du meinem Herrn schuldig? 6 Der sprach: Hundert Fass Öl. Und er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein, setz dich hin und schreib flugs fünfzig. 7 Danach sprach er zu dem zweiten: Du aber, wie viel bist du schuldig? Der sprach: Hundert Sack Weizen. Er sprach zu ihm: Nimm deinen Schuldschein und schreib achtzig. 8 Und der Herr lobte den ungerechten Verwalter, weil er klug gehandelt hatte. Denn die Kinder dieser Welt sind unter ihresgleichen klüger als die Kinder des Lichts. 9 Und ich sage euch: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Liebe Gemeinde, heute gibt es Schwarzbrot zu unserem geistlichen Frühstück hier im Gottesdienst. Ein unehrlicher Verwalter, der seinen Herrn zweifach um seinen Besitz bringt, der mit den Schuldnern seines Herrn gemeinsame Sache macht, um sich einen Vorteil zu verschaffen und am Ende ein Herr, der den Verwalter auch noch für dieses Handeln lobt. Wie passt das bitte schön alles zusammen? Lieber Jesus, was willst du uns mit diesem Gleichnis eigentlich sagen?

Es erstaunt, dass sich dieses Gleichnis unmittelbar an das Gleichnis vom verlorenen Sohn anschließt. Das Gleichnis vom verlorenen Sohn ist nicht nur die Geschichte einer glücklichen Rückkehr eines Sohnes zum Vater, sie ist auch die tragische Geschichte zweier Brüder, deren Beziehung durch diese Rückkehr noch schwieriger geworden ist.

In unserem Predigttext geht es nicht um innerfamiliäre Angelegenheiten, sondern um einen Verwalter. Der Herr aus unserem Gleichnis und der Vater aus dem anderen Gleichnis könnten aber dieselbe Person sein. Beides mal, so die Intention Jesu, stehen sie für Gott. Während die Beziehung der Söhne zu ihrem Vater durch die Sohnschaft unzerbrüchlich ist, kann der Verwalter hingegen gefeuert werden. Der Grundherr hat keinerlei persönliche, familiäre oder sonstige Gründe, um den unehrlichen Verwalter in seiner Position zu belassen. Der Verwalter muss sich nun Gedanken um seine Zukunft machen. Wo soll ich hingehen? Wo kann ich unterkommen? Diese Frage hat auch den verlorenen Sohn beschäftigt.

Dem unehrlichen Verwalter bleibt noch eine kurze Zeit, um mit der Vollmacht seines Herrn die Dinge zu seinen Gunsten zu beeinflussen. Er macht sich dadurch Freunde, dass er diesen ihre Lasten mildert. Davon profitiert nicht nur er, sondern auch die armen Bauern, die nicht wissen, wie sie ihre Schuldenlast begleichen sollen. Für den Verwalter und die Bauern ist dies eine Win - Win Situation.

Jesus hat dieses Gleichnis so angelegt, dass wir uns mit der Person des unehrlichen Verwalters identifizieren sollen. Jesus geht es nicht darum sein Verhalten zu verurteilen oder zu bewerten. Statt dessen soll uns dieses Gleichnis etwas darüber zeigen, wie wir mit den guten Gaben Gottes umgehen sollen. Gottes Eigentum und seine Gabe ist seine Gnade. Sie vertraut er uns an, damit wir mit ihr veranwortungsvoll „wirtschaften“. Über sie dürfen wir verfügen und sie für uns in Anspruch nehmen. Wo wir diese Gnade aber in billige Gnade verwandeln, nach dem Motto „Gott vergibt mir ja sowieso, egal was ich tue“, da missbrauchen wir sie. Vielleicht hat der unehrliche Verwalter seinen Herrn und dessen Besitz zuerst nicht ernste genommen. Vielleicht dachte er, dass sein Herr das schon nicht mitbekommen wird, was er so alles treibt. Aber jetzt, wo er seinen Hut nehmen muss, da merkt er, dass mit ihm nicht zu spaßen ist. Auf einmal erkennt er den Wert von dem Gut seines Herrn und versucht damit seine Haut zu retten, indem er andere in Form von Schuldentilgung daran teilhaben lässt.

Eigenmächtig macht er das, was normalerweise nur der Grundherr, bzw. Gott vermag: Schulden zu erlassen. Bei den Juden gab es zur Zeit Jesu den Brauch des sogenannten Erlassjahres. Alle sieben Jahre wurden allen Schuldnern ihre Schulden erlassen. Somit hatten auch die einfachen Leute die Möglichkeit wieder aus der Schuldenfalle herauszukommen. Gott wollte seinem Volk auf diese Weise eine wirtschaftliche Freiheit ermöglichen, eine Freiheit, die den Armen und Notleidenden seines Volkes wieder die volle Teilhabe am Leben ermöglichte, indem man nicht länger in Schuldsklaverei gefangen war, sondern alle im Volk wieder zu Brüdern und Schwestern werden konnten. Das Erlassjahr sorgte dafür, dass Menschen sich nicht länger über ihren wirtschaftlichen Status definieren sollten, sondern über ihre Zugehörigkeit zum Volk Gottes.

An dieser Stelle können wir von dem Gleichnis auch etwas für unser Zusammenleben in der Gemeinde lernen. Wir profitieren von der Gnade Gottes. Das ermöglicht uns, dass wir diese Gnade auch gegenüber anderen wirksam werden lassen.

Auch da sind und bleiben wir einander und Gott immer etwas schuldig und tragen diese Schuldenlast mit uns, wie die Bauern in dem Gleichnis. Doch statt einander Vorwürfe zu machen oder ein bestimmtes Verhalten einzufordern, können wir anderen ihre „Schuld erlassen“ oder zumindest mittragen. Wir tun dies, indem wir in unsere Beziehungen zu ihnen investieren und ihnen von der Gnade abgeben, die Gott uns gewährt hat. Weil Gott mir meine Unarten verzeiht, kann ich auch die Unarten meiner Brüder und Schwestern in der Gemeinde, oder die meiner Kollegen am Arbeitsplatz oder in der Schule verzeihen.

Durch diesen nachsichtigen Umgang miteinander können Beziehungen wachsen und sich vertiefen. Beziehungen können wachsen, weil wir uns nicht gleich von jeder Kleinigkeit auf den Schlips getreten fühlen.

Jesus berichtet am Ende seines Gleichnisses von einem Währungstausch, wenn er sagt: Macht euch Freunde mit dem ungerechten Mammon, damit, wenn er zu Ende geht, sie euch aufnehmen in die ewigen Hütten.

Geld kommt und geht, mal läuft es wirtschaftlich besser, mal schlechter. Gute Beziehungen wissen darum und ändern sich deshalb auch nicht, wenn es finanziell mal schlechter läuft. Im Gegenteil, da heißt es dann: Du hast mir damals geholfen, als es mir dreckig ging, jetzt kann ich dir helfen.

Jesus ermutigt uns, unser Geld in eine stabilere Währung umzutauschen, in eine Währung mit weniger Kursschwankungen, eine Währung, die auf guten gemeinsamen Erinnerungen und Erfahrungen beruht. Sollte Gott an solchen Beziehungen und Freundschaften keinen Gefallen haben?

Als Christen wissen wir, dass es nicht der schnöde Mammon, nicht die finanziellen oder sonstigen Leistungen sind, die bei Gott zählen, auch nicht die frommen Übungen. Die einzige Währung, die bei Gott zählt, ist der Glaube an ihn und das Vertrauen in ihn und seine Möglichkeiten, das Vertrauen in seine Gnade und Barmherzigkeit, die er uns in Jesus Christus ein für alle Mal gezeigt hat.

Dieser Glaube spiegelt sich auch in der Art und Weise wider, wie wir mit den materiellen Dingen in unserem Leben umgehen. Es macht einen Unterschied, ob wir materielle Dinge wie Götzen verehren und horten, oder ob wir sie als Mittel zum Zweck ansehen, eben auch zum Zweck tragfähige Beziehungen zu bauen, wie der Verwalter in unserem Gleichnis. Vielleicht erinnern wir uns daran, wenn wir in den nächsten Wochen wieder auf die Jagd nach Weihnachtsgeschenken gehen. Hier könnte man die Worte Jesu am Schluss unseres Gleichnisses, wo es um diesen Währungswechsel geht, folgendermaßen umsetzen:

Lasst uns anderen Menschen solche Geschenke machen, die uns die Möglichkeit geben, Zeit mit ihnen zu verbringen und unsere Beziehung mit ihnen zu vertiefen. Lasst es uns machen wie ein Vater, der seinem Kind einen Legobausatz schenkt, weil er weiß, dass sein Kind ihn dann auch dabei brauchen wird, diesen zusammenzubauen. Dann erfüllt sich der Apell Jesu: Lasst uns diesen Mammon in eine beständige Währung tauschen: In eine Beziehung - zu Gott und den Menschen. Amen