Der gute Hirte in der Wendelinkapelle in Neuhausen

Orgelvorspiel aus der Friedenskirche in Tiefenbronn

J. S. Bach - Herr Jesus Christ

Ablauf (Liturgie) des Hausgottesdienstes

Votum:

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: NL 152(Herr, wohin sonst sollten wir gehen?)

Herr, wohin sonst sollten wir gehen? Wo auf der Welt fänden wir Glück? Niemand, kein Mensch, kann uns soviel geben wie du. Du führst uns zum Leben zurück. Nur du, nur du schenkst uns Lebensglück.

Aus deinem Mund höre ich das schönste Liebeslied. An deinem Ohr darf ich sagen, was die Seele fühlt. An deiner Hand kann ich fallen und du hältst mich fest, An deinem Tisch wird mein Hunger gestillt.

Psalm: Psalm 23 (EG 710):

Der HERR ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.

Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.

Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.

Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück;

denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.

Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.

Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.

Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,

und ich werde bleiben im Hause des HERRN immerdar.

Gebet:

Herr, unser Gott, du bist unser guter Hirte, dir vertrauen wir unser Leben an. Wir danken dir, für diesen Gottesdienst am Morgen, in dem wir uns von dir für die neue Woche stärken und zurüsten lassen können. Schenke du uns Orientierung in diesen unruhigen und sorgenvollen Zeiten. Zeige du uns durch deinen Heiligen Geist, worüber du mit uns, wie auch mit uns als Gemeinde sprechen möchtest. Höre dabei auf das, was wir dir in der Stille sagen möchten: - Gebetsstille - Amen

Zuspruch:

Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch.

(1. Petrus 5,7)

Lesung: Johannes 10,11-16 (GNB)

11 »Ich bin der gute Hirt. Ein guter Hirt ist bereit, für seine Schafe zu sterben. 12 Einer, dem die Schafe nicht selbst gehören, ist kein richtiger Hirt. Darum lässt er sie im Stich, wenn er den Wolf kommen sieht, und läuft davon. Dann stürzt sich der Wolf auf die Schafe und jagt die Herde auseinander. 13 Wer die Schafe nur gegen Lohn hütet, läuft davon; denn die Schafe sind ihm gleichgültig. 14 Ich bin der gute Hirt. Ich kenne meine Schafe und sie kennen mich, 15 so wie der Vater mich kennt und ich ihn kenne. Ich bin bereit, für sie zu sterben. 16 Ich habe noch andere Schafe, die nicht zu diesem Schafstall gehören; auch die muss ich herbeibringen. Sie werden auf meine Stimme hören, und alle werden in einer Herde unter einem Hirten vereint sein.

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied: NL 122(Du bist der Weg und die Wahrheit)

Refrain:

Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben. Wer dir Vertrauen schenkt, für den bist du das Licht. Du willst ihn leiten und ihm wahres Leben geben, ewiges Leben wie dein Wort es verspricht. Du willst ihn leiten und ihm wahres Leben geben, ewiges Leben wie dein Wort es verspricht.

1. Das Brot bist du für den, der Lebenshunger hat. Und wenn er zu dir kommt, machst du ihn wirklich satt.

2. Die Tür bist du für den, der an sich selbst verzagt. Du machst ihn frei, wenn er ein Leben mit dir wagt.

Refrain

3. Der Hirte bist du dem, den Lebensangst verwirrt: Begleitest ihn nach Haus`, dass er sich nicht verirrt.

4. Der Weinstock bist du dem, der Kraft zum Leben sucht. Wenn er ganz bei dir bleibt, dann bringt er gute Frucht.

Refrain

Predigt zu Hesekiel 34,1-2.(3-9).10-16.31

Lied: NL 124,1-3(Du bist ein wunderbarer Hirt)

1. Du bist ein wunderbarer Hirt, Der mich zu frischem Wasser führt. Du hast so reich gedeckt, Des Königs Tisch für mich.

2 Du bist mein Stecken und mein Stab, Und wandre ich im finstren Tal. Fürcht ich kein Unheil mehr, Denn du bist hier bei mir.

Refrain: 2x

Ich komm, ich komm, an deinen Tisch. Ich komm, ich komm und ich bin gewiss: Du bist mein wunderbarer Hirt.

3. Du hast mein Haupt gesalbt mit Öl. Den Becher bis zum Rand gefüllt. An deiner Hand wird meine Seele still, Sie wird still.

Refrain: 2x

Ich komm, ich komm, an deinen Tisch. Ich komm, ich komm und ich bin gewiss: Du bist mein wunderbarer Hirt.

Fürbittengebet: (VELKD)

Du guter Hirte, Jesus Christus.

Bei dir ist kein Mangel. Du bist da. Du mahnst. Du liebst. Du rettest.

Gehe denen hinterher und rette, die sich verloren haben. Gehe denen hinterher und beschütze, die in Angst vergehen. Gehe denen hinterher und hole zurück, die dem Tod entgegengehen. Du guter Hirte, Jesus Christus – erbarme dich. Nimm auf deine Schulter die, die trauern und tröste sie.

Nimm auf deine Schulter die, die sich nicht beirren lassen und Gutes tun. Nimm auf deine Schulter die, die anderen beistehen und sie pflegen. Du guter Hirte, Jesus Christus – erbarme dich.

Sprich und verwandele die Herzen, damit Frieden wird. Sprich und rühre die Gewissen an, damit die Hungernden satt werden. Sprich und mahne zur Gerechtigkeit, damit auch die Armen geimpft werden. Du guter Hirte, Jesus Christus – erbarme dich.

Deine Liebe, deine Barmherzigkeit, dein Treue teile aus unter uns aus und unseren Kindern, bei allen, die uns verbunden sind – nah und fern. Dir vertrauen wir uns an – du guter Hirte, Jesus Christus.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vaterunser:

Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: NL 71(Mögen sich die Wege)

1) Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen, mögest du den Wind im Rücken haben,

||: und bis wir uns wieder sehn, und bis wir uns wieder sehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten. :||

2) Möge warm die Sonne auch dein Gesicht bescheinen, Regen sanft auf deine Felder fallen,

||: und bis wir uns wieder sehn, und bis wir uns wieder sehn, möge Gott seine schützende Hand über dir halten. :||

Wochenspruch:

Christus spricht: ich bin der gute Hirte. Meine Schafe hören meine Stimme, und ich kenne sie und sie folgen mir; und ich gebe ihnen das ewige Leben.

(Johannes 10,11a.27-28a)

Bitte um Gottes Segen:

Herr, wir bitten dich: Schenke Du uns für die kommende Woche deinen Frieden, deine Kraft und Hoffnung und so sprechen wir im Vertrauen auf dich:

Der Herr segne uns und behüte uns, der Herr lasse sein Angesicht leuchten über uns und sei uns gnädig. Der Herr erhebe sein Angesicht auf uns und gebe uns seinen Frieden. So segne uns Gott der Vater, der Sohn und der Heilige Geist.

Orgelnachspiel aus der Friedenskirche in Tiefenbronn

Gustav Merkel - Präludium in G-dur

NL 152 - Herr, wohin sonst sollten wir gehen?

NL 122 - Du bist der Weg und die Wahrheit und das Leben

NL 71,1-2 (Mögen sich die Wege vor deinen Füßen ebnen)

Hörpredigt

Lesepredigt

Every one wins, when a leader gets better – Jeder gewinnt, jeder profitiert, wenn ein Leiter besser wird. So lautete das Motto des Willow Creek Leitungskongresses vor einem Jahr in Karlsruhe unmittelbar vor dem Beginn der Pandemie. Dieses Motto stammt von Bill Hybels, dem Mitbegründer einer großen Gemeindeerneuerungsbewegung in Amerika, die inzwischen weltweit tätig ist, auch in Deutschland. Dieser Satz gewann nicht zuletzt dadurch an Aktualität, das Bill Hybels selbst auf negative Weise in die Schlagzeilen geriet. Der Vorwurf: Sexuelle Belästigung. Es ist tragisch, dass dieser Pastor einer amerikanischen Megachurch durch sein eigenes Beispiel die Wichtigkeit dieses eingangs zitierten Satzes so eindringlich vor Augen führt, denn wenn Leiter schlecht werden, dann leiden eben auch alle darunter.

Leiterschaft ist das große Thema des heutigen Sonntags und es ist ein wichtiges Thema, weil es uns überall begegnet, z.B. durch die Folgen von guter oder schlechter Leiterschaft. Die Missbrauchs-Debatte, sei es nun im kirchlichen Kontext oder im Kontext von Sport- oder sonstigen Vereinen, zeigt besonders dramatisch, welche Folgen es hat, wenn Leiter ihre Macht verwenden, um Schutzbefohlene zu missbrauchen. Das Thema Missbrauch zeigt aber auch, dass Leiterschaft eben auch schon im häuslichen Umfeld beginnt, bei den eigenen Eltern, bei Verwandten und Freunden. Missbrauch hat immer etwas mit dem Umgang mit der eigenen Autorität zu tun, immer mit dem Verhältnis von Macht und Ohnmacht.

Das Thema Leiterschaft ist so alt wie die Menschheit selbst und so beschäftigen sich auch viele Bibeltexte mit diesem Thema. Häufig wird dabei der Hirte als Bild für einen Leiter gebraucht, so auch in unserem heutigen Predigttext aus dem Propheten Hesekiel im alten Testament. Der Predigttext sind Auszüge aus Kapitel 34:

1 Das Wort des Herrn erging an mich, er sagte: 2 »Du Mensch, kündige den führenden Männern in Israel das Strafgericht an. Sag zu ihnen: ›So spricht der Herr, der mächtige Gott: Weh euch! Ihr seid die Hirten meines Volkes; aber anstatt für die Herde zu sorgen, habt ihr nur an euch selbst gedacht. […]10 So spricht der Herr, der mächtige Gott: Die Hirten meiner Schafe bekommen es mit mir zu tun, ich fordere meine Herde von ihnen zurück! Ich setze sie ab; sie können nicht länger meine Hirten sein; sie sollen nicht länger mein Volk ausbeuten! Ich reiße meine Schafe aus ihrem Rachen, sie sollen ihnen nicht länger zum Fraß dienen!‹ 11 ›Der Herr, der mächtige Gott, hat gesagt: Ich selbst will jetzt nach meinen Schafen sehen und mich um sie kümmern. 12 Wie ein Hirt seine Herde wieder zusammensucht, wenn sie auseinander getrieben worden ist, so suche ich jetzt meine Schafe zusammen. Ich hole sie zurück von allen Orten, wohin sie an jenem unheilvollen Tag vertrieben wurden. 13 Aus fremden Ländern und Völkern hole ich sie heraus; ich sammle sie und bringe sie in ihre Heimat zurück. Die Berge und Täler Israels sollen wieder ihr Weideland sein. 14 Ich lasse sie dort auf saftigen Wiesen grasen; auf den hohen Bergen Israels sollen sie ihre Weide finden und sich lagern. 15 Ich will selber für meine Herde sorgen und sie zu ihren Ruheplätzen führen. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott. 16 Ich will die Verlorengegangenen suchen und die Versprengten zurückbringen. Ich will mich um die Verletzten und Kranken kümmern und die Fetten und Starken in Schranken halten. Ich bin ihr Hirt und sorge für sie, wie es recht ist. […] 31 Ihr seid meine Herde, für die ich sorge, und ich bin euer Gott. Das sage ich, der Herr, der mächtige Gott.‹«

Diese Worte aus dem Hesekielbuch entstanden im Zusammenhang mit dem babylonischen Exil, das für Israel im Jahr 587 v. Chr. mit der Belagerung Jerusalems begann. Die Belagerung und anschließende Einnahme und Zerstörung Jerusalems wurde als Gericht Gottes empfunden. Aller Stolz und Hochmut der politischen wie religiösen Führer wurde dabei in Ketten gelegt und ins Exil geführt. Was zurückblieb war ein traumatisiertes, ein herrenloses und orientierungsloses Volk. In unserem Textausschnitt spricht Gott zu dem zurückgelassenen Volk.

Liebe Gemeinde, welch ein Glück, wenn ein Volk Gott zum Hirten haben darf, wenn ein Volk erleben darf, dass der lebendige und allmächtige Gott das Heft in die Hand nimmt, um die verlorengegangenen Schafe dieses Volkes zu suchen und zurück nach Hause zu bringen.

Das Volk Israel hat diesen wunderbaren Hirten in seiner Geschichte immer wieder erleben dürfen, zuletzt 1948 mit der Gründung des Staates Israel, in dessen Folge sich Juden aus der ganzen Welt auf den Weg machten, um nach Israel in die Heimat ihrer Vorfahren zurückzukehren.

Und wir? Welche Hirten hat unser Volk? Als Deutsche sind wir nicht das Volk Gottes. Wir sind ein Volk mit einer gemeinsamen Geschichte, die uns durch Höhen und Tiefen geführt hat. Unsere Geschichte hat uns gerade in ihrer dunkelsten Zeit dabei aber auch besonders mit dem jüdischen Volk in Verbindung gebracht. Wir Deutschen haben millionenfaches Leiden und Sterben über das Volk Gottes gebracht. Wir haben eine Schuld auf uns geladen, die nicht wieder gut zu machen ist.

Die Leiter dieser dunklen Zeit waren erklärte Feinde des jüdisch christlichen Gottes. In den Nürnberger Prozessen wurden sie für ihre Taten zur Rechenschaft gezogen.

Und seither? Haben wir aus der Vergangenheit gelernt? Haben wir jetzt bessere Hirten bekommen? In der Demokratie bekommt das Volk das, was es gewählt hat. Jede Wahl ist mit Hoffnungen und Erwartungen verbunden. Nicht selten folgt die Ernüchterung, wenn die Wahlversprechen dann auf die sich anschließende Realität treffen.

Im letzten Jahr haben wir uns zu Beginn der Coronakrise, so mein Eindruck, gut versorgt gefühlt. Es schien, als würden wir in Deutschland die Krise besser in den Griff bekommen, als andere Länder. Das Vertrauen in die Politik mit ihren weitreichenden Entscheidungen war streckenweise groß. Sehen wir das heute auch noch so? Ein Superwahljahr wie dieses unter Krisenbedingungen ist für niemanden leicht zu händeln. Welchen „König“, welche „Königin“ wird unser Volk im Herbst dieses Jahres wählen? Wem trauen wir es zu, hier die richtigen Weichen zu stellen und die richtigen Worte zu finden?

In unserem Predigttext geht Gott mit den leitenden Politikern seines Volkes hart ins Gericht. Sie scheinen keinen guten Job gemacht zu haben. Es empfiehlt sich, das ganze Kapitel 34 noch einmal in Ruhe zu lesen. Gott verurteilt diejenigen, die nur an sich und ihren eigenen Vorteil denken und die dabei das Wohl der Herde aus dem Blick verlieren.

Er selbst gibt ihnen ein Vorbild, indem er sich auf den Weg macht, um die verloren gegangenen Schafe zu suchen und sie zurück in die Herde zu holen und sie mit allem zu versorgen, was sie zum Leben brauchen.

Unsere Politiker wie auch die Verantwortlichen in Kirche und Gemeinde, mich eingeschlossen, tun gut daran, wenn wir uns an Gottes Vorbild orientieren, wenn auch wir uns auf den Weg machen und suchen, „was verlorengegangen ist“.

In dieser Coronazeit gehen viele, sehr viele, verloren, die in ihren eigenen vier Wänden von Depressionen, Gewalt, Missbrauchserfahrungen und Abhängigkeiten jeder Art heimgesucht werden. Menschen gehen verloren, weil sie ihr Vertrauen in die Politik verlieren und sich den Verschwörungstheorien reißerischer Wölfe öffnen, die ihre Gedanken und ihren Verstand vergiften.

Wer sich jetzt nicht auf die Suche nach den Verlorenen macht, der sägt an dem Stuhl, auf dem er oder sie sitzt. Wer sich jetzt nicht über die Not der Menschen erbarmt, wird erleben, wie ihm das Heft aus der Hand genommen wird und andere die Entscheidungsgewalt übernehmen.

Wir erleben das immer wieder, dass Regierungen und die Mächtigen dieser Welt ihre Zeiten und ihre damit verbundenen Chancen haben. Am Anfang ist da vielleicht noch der Wunsch etwas zu bewegen und zu verändern, aber irgendwann scheint es häufig nur noch um den Erhalt der eigenen Macht zu gehen. Irgendwann haben sie sich selbst überlebt und andere warten nur darauf den Platz einzunehmen. Gut, wer dann die Größe hat, seinen Platz frei zu machen und wer auch schon beizeiten dafür sorgt, dass andere in diese Leitungsaufgabe hineinwachsen können.

Alle menschliche Leitung ist zeitlich begrenzt und vergeht, aber Gottes Leitung ist ewig und unbegrenzt.

Als Christen haben wir Jesus als unseren guten und ewigen Hirten. Er hat uns ein Beispiel dafür gegeben, wie gute Leiterschaft aussehen kann, indem er seine Autorität nicht mit menschlichen Mitteln für sich eingefordert hat, sondern sie ihm von Gott verliehen und anvertraut wurde.

Und in diesem Sinne verleiht und vertraut Gott auch jedem einzelnen von uns Autorität und Leiterschaft an. Jeder Christ ist auch ein Leiter! Jeder in seinem Umfeld. Auch die Gemeinde profitiert, wenn er oder sie besser darin werden, diese Leiterschaft im Geiste Jesu zu leben:

Die Leiterschaft über den eigenen Körper und seine Begierden.

Die Leiterschaft innerhalb der eigenen Familie, indem zum Beispiel die Kinder lernen ihre Haustiere gut zu versorgen und die Eltern die Bedürfnisse ihrer Kinder kennen.

Die Leiterschaft innerhalb der Gemeinde, sei es bei Gruppen oder Kreisen oder im Ältestenkreis.

Jeder profitiert, wenn der oder die Leiterin besser werden. Und umgekehrt leidet jeder darunter, wenn jemand seine Leiterschaft vernachlässigt oder gar für eigene Zwecke missbraucht, wenn die eigene Leiterschaft genutzt wird, um zum Beispiel damit sein Ego aufzubauen oder sich über seine Leitungsaufgabe zu definieren.

Entdecke deine dir von Gott anvertraute Leitungsaufgabe und lass dich darin von Jesus, dem guten Hirten, schulen und anleiten. Bitte Gott um gute Leiter für die Gemeinde und für unser Land. Und – lass Gott den einzigen und vollkommenen Hirten deines Lebens sein, Gott, an dem sich alle andere Leiterschaft messen lässt. Amen