Orgelvorspiel aus der Evangelischen Altstadtkirche in Pforzheim

Dietrich Buxtehude - "Nun lob, mein Seel, den Herren"

Ablauf (Liturgie) des Hausgottesdienstes

Votum:

Wir feiern diesen Gottesdienst im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen

Lied: EG 58,1-3.7 (Nun lasst uns gehn und treten mit Singen)

1) Nun lasst uns gehen und treten / mit Singen und mit Beten zum Herrn, der unserm Leben / bis hierher Kraft gegeben.

2) Wir gehen dahin und wandern / von einem Jahr zum andern, wir leben und gedeihen / vom alten bis zum neuen

3) durch so viel Angst und Plagen, / durch Zittern und durch Zagen, durch Krieg und große Schrecken, / die alle Welt bedecken.

7) Gelobet sei deine Treue, / die alle Morgen neue; Lob sei den starken Händen, / die alles Herzleid wenden.

Psalm: EG 765 (Psalm 121)

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen. Woher kommt mir Hilfe?

Meine Hilfe kommt vom HERRN, der Himmel und Erde gemacht hat.

Er wird deinen Fuß nicht gleiten lassen, und der dich behütet, schläft nicht. Siehe, der Hüter Israels schläft noch schlummert nicht.

Der HERR behütet dich; der HERR ist dein Schatten über deiner rechten Hand,

dass dich des Tages die Sonne nicht steche noch der Mond des Nachts.

Der HERR behüte dich vor allem Übel, er behüte deine Seele.

Der HERR behüte deinen Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit! (Psalm 121)

Gebet:

Herr, unser Gott, das alte Jahr geht zu Ende. Du siehst, was uns in diesem Jahr beschäftigt, was uns Sorgen und Ängste gemacht hat. Wir mussten akzeptieren lernen, wie wenig planbar unser Leben sein kann, wenn sich täglich die Rahmenbedingungen verändern. All das legen wir jetzt in deine Hand. Verwandle du unsere Unruhe in Ruhe und schenke uns deinen Frieden.

Hilf uns dabei, dass wir uns in diesem Gottesdienst ganz auf dich ausrichten können. Hilf uns dabei das neue Jahr mit Zuversicht und Hoffnung zu beginnen, weil wir wissen dürfen, dass du mit uns in dieses Jahr gehen wirst. - Stille-

Amen

Zuspruch:

Siehe, ich habe dir geboten, dass du getrost und unverzagt seist. Lass dir nicht grauen und entsetze dich nicht. Denn der Herr, dein Gott, ist mit dir in allem, was du tun wirst. (Josua 1,9)

Lesung: Matthäus 13,24-30 (GNB)

24 Dann erzählte Jesus der Volksmenge ein anderes Gleichnis: »Mit der neuen Welt Gottes ist es wie mit dem Mann, der guten Samen auf seinen Acker gesät hatte: 25 Eines Nachts, als alles schlief, kam sein Feind, säte Unkraut zwischen den Weizen und verschwand. 26 Als nun der Weizen wuchs und Ähren ansetzte, schoss auch das Unkraut auf. 27 Da kamen die Arbeiter zum Gutsherrn und fragten: ›Herr, du hast doch guten Samen auf deinen Acker gesät, woher kommt das ganze Unkraut?‹ 28 Der Gutsherr antwortete ihnen: ›Das hat einer getan, der mir schaden will.‹ Die Arbeiter fragten: ›Sollen wir hingehen und das Unkraut ausreißen?‹ 29 ›Nein‹, sagte der Gutsherr, ›wenn ihr es ausreißt, könntet ihr zugleich den Weizen mit ausreißen. 30 Lasst beides wachsen bis zur Ernte! Wenn es so weit ist, will ich den Erntearbeitern sagen: Sammelt zuerst das Unkraut ein und bündelt es, damit es verbrannt wird. Aber den Weizen schafft in meine Scheune.‹«

Glaubensbekenntnis:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen, den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn, empfangen durch den Heiligen Geist, geboren von der Jungfrau Maria, gelitten unter Pontius Pilatus, gekreuzigt, gestorben und begraben, hinabgestiegen in das Reich des Todes, am dritten Tage auferstanden von den Toten, aufgefahren in den Himmel; er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters; von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist, die heilige christliche Kirche, Gemeinschaft der Heiligen, Vergebung der Sünden, Auferstehung der Toten und das ewige Leben. Amen.

Lied: EG 65,1-3.5 (Von guten Mächten wunderbar geborgen)

1) Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.

2) Noch will das alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.

3) Doch willst Du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann woll′n wir des Vergangenen gedenken und dann gehört Dir unser Leben ganz.

5) Laß warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.

Predigt zu 2. Mose 13,20-22

Lied: EG 395,1-3 (Vertraut den neuen Wegen)

1) Vertraut den neuen Wegen, / auf die der Herr uns weist, / weil Leben heißt: sich regen, / weil Leben wandern heißt. / Seit leuchtend Gottes Bogen / am hohen Himmel stand, / sind Menschen ausgezogen / in das gelobte Land.

2) Vertraut den neuen Wegen / und wandert in die Zeit! / Gott will, dass ihr ein Segen / für seine Erde seid. / Der uns in frühen Zeiten / das Leben eingehaucht, / der wird uns dahin leiten, / wo er uns will und braucht.

3) Vertraut den neuen Wegen, / auf die uns Gott gesandt! / Er selbst kommt uns entgegen. / Die Zukunft ist sein Land. / Wer aufbricht, der kann hoffen / in Zeit und Ewigkeit. / Die Tore stehen offen. / Das Land ist hell und weit.

Fürbittengebet:

Guter Gott, das Jahr 2020 hat unsere Welt verändert. Es hat viel Not und Leid über unsere Menschheit gebracht. Du siehst die unzähligen Menschen, die an oder mit Corona gestorben sind. Du siehst ihre Angehörigen, die sie auf ihrem letzten Weg nicht so begleiten und sich nicht so von ihnen verabschieden konnten, wie dies gut gewesen wäre. Wir bitten dich: Erbarme du dich über diese vielen Menschen, die Toten, wie diejenigen, die sie in dieser Welt zurücklassen. Tröste du sie in ihrer Trauer und in ihrem Schmerz.

Barmherziger Gott, wir bitten dich für alle, die in diesem Jahr ihre Existenz und ihre Hoffnung verloren haben. Stehe du ihnen in dieser schweren Zeit bei. Zeige ihnen Wege, die sie nun gehen können und führe du sie an Orte, wo ihnen geholfen werden kann. Schenk auch all denen Kraft, für die die Zeit des Hoffens und Bangens noch nicht vorüber ist, die Angst haben vor dem, was das neue Jahr ihnen bringen wird.

Wir bitten dich für alle Menschen, die in diesem Jahr nicht nur unter der Corona-Pandemie zu leiden hatten, sondern auch unter Krieg, Flucht und Vertreibung. Du siehst, wie diese Menschen umherirren auf der Suche nach einem Ort, wo sie Ruhe und Frieden finden, wo sie ein neues Leben beginnen können. Ganz besonders bitten wir dich für die Lage in den Flüchtlingslagern auf Lesbos und all den anderen Orten.

Herr, wir bitten dich auch für deine weltweite Kirche, für unsere Glaubensgeschwister, die überall auf der Welt verstreut sind. Du siehst unter welchen besonderen Herausforderungen sie stehen, wo ihnen die finanziellen Mittel fehlen, um Dinge voranzubringen. Du siehst, wo Menschen in ihrem Glauben angefochten sind, weil sie die Welt und dich nicht mehr verstehen können. Stehe du diesen Menschen bei. Schenke du ihnen Hilfe für Leib und Seele. Sorge du dafür, dass aus aller Not und allem Leid letztlich doch noch etwas Gutes wachsen kann. Herr, für all diese Anliegen bitten wir dich durch unseren Herrn Jesus Christus, der mit dir lebt und regiert, von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Und gemeinsam beten wir mit den Worten Jesu:

Vaterunser:

Vater unser im Himmel Geheiligt werde dein Name. Dein Reich komme. Dein Wille geschehe, wie im Himmel, so auf Erden. Unser tägliches Brot gib uns heute. Und vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unsern Schuldigern. Und führe uns nicht in Versuchung, sondern erlöse uns von dem Bösen. Denn dein ist das Reich und die Kraft und die Herrlichkeit in Ewigkeit. Amen.

Lied: NL 139,1-3 (Geh unter der Gnade)

Refrain (vor bzw. nach jeder Strophe):

Geh unter der Gnade / Geh mit Gottes Segen geh in seinem Frieden, / Was auch immer du tust Geh unter der Gnade, / hör auf Gottes Worte: Bleib in seiner Nähe, ob du wachst oder ruhst

1) Alte Stunden, alte Tage Lässt du zögernd nur zurück. Wohlvertraut wie alte Kleider sind sie dir durch Leid und Glück:

2) Neue Stunden, neue Tage zögernd nur steigst du hinein. Wird die neue Zeit dir passen? Ist sie dir zu groß, zu klein?

3) Gute Wünsche, gute Worte Wollen dir Begleiter sein, doch die besten Wünsche münden Alle in den einen ein:

Tagesspruch:

Meine Zeit steht in deinen Händen. (Psalm 31,16a)

Bitte um Gottes Segen:

Herr, wir bitten dich: Schenke Du uns für die kommende Zeit deinen Weihnachts-frieden, deine Liebe und Hoffnung und so sprechen wir im Vertrauen auf dich:

Gott Vater Sohn und Heiliger Geist gebe uns seine Gnade: Schutz und Schirm vor allem Bösen, Stärke und Hilfe zu allem Guten, dass wir bewahrt werden zum ewigen Leben.

Orgelnachspiel aus der Kreuzkirche in Mühlhausen

J.S. Bach - "Wer nur den lieben Gott lässt walten"

Die große Stundenglocke in der Kreuzkirche Mühlhausen

EG 58,1-3.7 (Nun lasst uns gehn und treten mit Singen)

EG 65,1-3.5 (Von guten Mächten wunderbar geborgen)

EG 395,1-3 (Vertraut den neuen Wegen)

NL 139,1-3 (Geh unter der Gnade)

Hörpredigt

Lesepredigt

Liebe Gemeinde, heute verabschieden wir uns von dem Jahr 2020. Es wird uns als das Jahr in Erinnerung bleiben, in dem die Coronapandemie seit März mehr oder weniger unser ganzes öffentliches Leben im Griff hatte. Es wird uns als ein Jahr in Erinnerung bleiben, in dem wir lernen mussten, wie schnell all unsere Pläne über den Haufen geworfen werden können und wie wir alle unseren Teil dazu beitragen müssen, um verantwortungsvoll miteinander umzugehen.

Nun liegt ein neues Jahr vor uns, von dem keiner sagen kann, wie es werden wird. Wir sind noch weit davon entfernt, all das hinter uns liegen lassen zu können, was uns im vergangenen Jahr beschäftigt und belastet hat. Der heutige Predigttext könnte für genau diese Situation nicht besser gewählt sein. Er steht im 2. Buch Mose, Kapitel 13. Man könnte ihm die Überschrift geben: Gott schenkt in Zeiten der Krise Orientierung:

20 Von Sukkot zogen die Israeliten weiter nach Etam, wo die Wüste beginnt. Dort schlugen sie ihr Lager auf. 21 Während der Wanderung ging der Herr tagsüber in einer Wolkensäule vor ihnen her, um ihnen den Weg zu zeigen, und nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten. So konnten sie Tag und Nacht unterwegs sein. 22 Jeden Tag war die Wolkensäule an der Spitze des Zuges und jede Nacht die Feuersäule.

Gott führt sein Volk durch Raum und Zeit! Durch eine Wolkensäule bei Tag und eine Feuersäule bei Nacht weist er ihnen den Weg, den sie gehen sollen. Hier geht es zunächst einmal um einen ganz konkreten Weg von A nach B. Doch dieser Weg ist alles andere als einfach. Dieser Weg hat das Volk Israel aus der Knechtschaft und Sklaverei in Ägypten herausgeführt. All die Lasten, all die Schläge und Demütigungen der Aufseher, durften sie hinter sich lassen. Sie hatten erleben dürfen, wie Gott große Zeichen in Ägypten bewirkt hatte. Und nun waren sie auf dem Weg in die Freiheit. Doch die Freude ist nur von kurzer Dauer. Der Pharao wird bald seinen Entschluss die Israeliten ziehen zu lassen bereuen und ihnen nachjagen, um sie zurückzuholen. Und so befindet sich das Volk Israel bald in einer ausweglosen Lage. Hinter ihnen das Streitheer des Pharao und vor ihnen das Schilfmeer. Genau in dieser ausweglosen Situation macht das Volk Israel eine seiner Schlüsselerfahrungen mit seinem Gott. Gott führt sein Volk in dieser Situation und weist ihm den Weg, den es gehen soll.

Dies alles passt gut in unsere Situation. Hinter uns liegen zwar nicht die Streitwagen des Pharao, aber ein im großen und ganz nicht besonders berauschendes Jahr, das für viele Menschen in mehrfacher Weise herausfordernd bleibt. Für Alte und Kranke war und ist die Pandemie lebensbedrohend und für unzählige Bereiche aus Kultur, Wirtschaft, Freizeit, Touristik, Einzelhandel und Gastronomie war und bleibt dieses Jahr existenzbedrohend. Das Wasser steht vielen bis zum Halse. Die Hoffnung auf ein besseres Jahr 2021 kann nur schwer aufkommen, wenn weiterhin alles so unsicher und unberechenbar bleibt.

Dürfen auch wir jetzt mit einem Gott rechnen, der uns mit seiner Wolken- und Feuersäule den Weg durch die Krise weist? Es fällt auf, dass das Volk Israel alles andere als glaubensstark war. Vor dem Schilfmeer bekommen sie weiche Knie und wünschen sich, dass sie lieber in Ägypten geblieben wären. Sie trauen Gott nicht zu, dass er hier noch etwas retten kann. Und so ist es nicht der starke Glaube der Israeliten, der sie rettet und Gott in eine Bringschuld bringt. Nein, es sind allein die Treue und Fürsorge Gottes für sein Volk.

Wenn wir also die Frage stellen, ob wir auch jetzt noch mit dem Eingreifen Gottes in unserer Situation rechnen dürfen, dann sind es genau diese Punkte, die dabei zählen: Die Treue und Fürsorge Gottes. Liebt Gott uns noch? Kann oder möchte er uns überhaupt noch beistehen?

Diese Frage hat Gott mit Jesus ein für allemal beantwortet. Mit Jesus und seinem Tod am Kreuz hat er uns ein Zeichen gegeben, mit dem er uns den Weg weist, auch durch diese Zeit. Jesus ist das Licht, das im Dunkeln scheint und vor uns hergeht, um uns den Weg zum Vater zu weisen.

Doch dieses Licht und dieses Zeichen werden nur diejenigen sehen können, die bereit sind auf Gott zu vertrauen. Und so ist es auch in dieser Krise. Erwarten wir unsere Rettung von Impfaktionen und Wirtschaftshilfspaketen oder erwarten wir unsere Hilfe vom Herrn, der Himmel und Erde gemacht hat? Die Antwort hängt maßgeblich von der Beziehung ab, die ich zu diesem Herrn habe. Ein Kopfglaube hilft mir hier nicht weiter und ein frommes Gefühl auch nicht.

Entscheidend ist allein: Habe ich noch diesen Gott, zu dem ich mich im Gebet retten kann und von dem ich alles erhoffe, erbitte und erwarte?

Als Gemeinde bilden wir auch einen Teil des Volkes Gottes. Wir versammeln uns online oder sobald es möglich ist auch wieder analog, um uns in unserem Glauben und Gottvertrauen gegenseitig zu bestärken. In der Gemeinschaft der Glaubenden erfahren wir, dass wir auch in den Krisen unseres Lebens nicht alleine sind. Gott ist da und er hilft und rettet uns aus dem Schlamassel unseres Lebens heraus.

Auch für unsere Gemeinde, als Teil der Kirche Jesus Christi, dürfen wir das erhoffen, was Jesus einst zu Petrus sagte: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen (Matthäus 16,18). Gott ist und bleibt uns treu und zugewandt. Nicht weil wir es verdient hätten oder weil wir eine gute Arbeit machen. Nein, er bleibt uns treu und zugewandt, weil wir ein Teil des Leibes Jesus Christi sind. Immer wieder höre ich so Sätze wie: Glaube ja, aber Kirche nein. Dieser Satz ist genauso utopisch wie der Satz Jude sein ja, aber zum Volk Israel gehören nein. Wir können unseren Glauben und unsere christliche Existenz nicht losgelöst vom Leib Christi und von Volk Gottes in dieser Welt leben, egal wie gut oder schlecht diese sein mögen. Die Verheißung Gottes gilt seinem ganzen Leib und nicht einer Vielzahl von Individuen, die sich selbst Kirche und Leib genug sind. Wer den Leib Jesu verlässt, gleicht den Israeliten, die lieber wieder in die Knechtschaft Ägyptens zurückkehren möchte, die es sicherer finden, ein Leben in Angst und Demütigung zu verbringen, als im Vertrauen auf einen Gott, an den sie sowieso nicht mehr glauben wollen.

Trotz der Zeichen und Wunder, die Gott seinem Volk Israel in Ägypten und später dann auf dem Weg durch die Wüste erwiesen hat, ist es dem Volk nicht leichter gefallen, Gott zu glauben und zu vertrauen. Deswegen sollten auch wir unseren Glauben nicht von solchen Zeichen und Wundern abhängig machen. Glauben und Vertrauen bedeutet dem anderen etwas zuzutrauen und davon überzeugt zu sein, dass der andere schon weiß, was und wie er es tut.

Und diesen Glauben dürfen wir auch im Blick auf das nun vergangene wie auch das kommende Jahr haben. Gott weiß, was er tut und er wird uns auch einen Weg zeigen, den wir gehen können, persönlich und individuell, wie auch als Gemeinde.

Auch als Gemeinde haben wir ja im vergangenen Jahr erlebt, dass wir nicht mehr alles so machen konnten, wie wir es gewohnt waren. Auch da haben wir Opfer gebracht und einiges ist eingeschlafen. Aber gleichzeitig haben wir dabei vielleicht auch endlich wieder ganz neu entdecken können, was uns als Gemeinde lebendig macht, was uns Kraft gibt, um unseren Weg weiterzugehen. Das ist nicht der gewohnte Trott, sondern das Dranbleiben an Gott und seinen Verheißungen, das Dranbleiben an den Beziehungen untereinander, das Dranbleiben an der gemeinsamen Zeit miteinander und mit Gott im Gottesdienst.

Die Sehnsucht nach unbeschwerter Gemeinschaft, die wir gerade nicht so umsetzen können, wie wir es gerne würden, diese Sehnsucht ist ein guter Same für wachsende Beziehungen. Dieser Same wird auch jetzt mitten im Lockdown gesät, damit er dann hoffentlich bald aufgehen kann. Ein Same braucht Licht und Wärme, damit er wachsen kann. Das wir beides auch mitten in der größten Finsternis und Kälte finden können, das zeigt uns die Feuersäule Gottes, die uns auch den Weg in das neue Jahr weisen wird. Amen